Kathi und Siegfried:
„Mit Waldbaden entspannt in den Tag gestartet
Ein früher Samstagmorgen, wir treffen uns am Runden Baum im Stadtwald Marburg zum Waldbaden. Es hat noch eine morgendliche Frische. Wir genießen die Ruhe. Nach einer Einführung von Frau Anke Scheld begeben wir uns still in den Wald, atmen die Düfte der Pflanzen und den Geruch des feuchten Bodens ein, gehen bewusst und langsam und nehmen aufmerksam die vielfältigen Ausprägungen der Bäume wahr.
Ursprung des Waldbadens ist Japan und wird dort als gesundheitsfördernd für Körper und Seele geschätzt.
Drei Stunden sind wir im Wald unterwegs und legen ungefähr eine Wegstrecke von 2,5 Kilometern zurück. Unterbrochen wird unser Waldspaziergang von mehreren Stationen, um eine Verbindung von uns zum Wald herzustellen. Wir setzen oder legen uns auf den Waldboden, fühlen die Schichten des Laubbodens, ertasten das noch feuchte Moos und beobachten die vielen Lebewesen im Blättergeflecht. An einer anderen Station suchen wir uns einen Platz an einem Baum und geben uns unseren Gedanken und Träumen hin. Wenn auch erstmals ungewohnt, wir umarmen einen Baum, hören in uns hinein, was dies bewirkt und spüren seine Energie. Außer einer Austauschrunde nach den Stationen genießen wir das Waldbaden möglichst schweigend.
Nach den drei Stunden verabschieden wir uns von den „Geistern des Waldes“ und treten wieder in den Alltag ein. Anders als wir angekommen sind: Entspannt, aufmerksam, gelassen, um frisch den Tag zu beginnen.“
Anonym:
„Im Wald der Natur mit Achtsamkeit zu begegnen und mit allen Sinnen zu erleben, das ist für mich Entspannung pur, denn der Alltag rückt in dieser Zeit in den Hintergrund. Am Anfang bin ich vielleicht noch gedanklich mit dem Tagesgeschehen beschäftigt, doch nach Atem- und Entspannungsübungen und den ersten Schritten lasse ich mich gerne in der Gruppe von der Waldbademeisterin durch unbekannte Waldabschnitte führen.
Im Geleit der Gruppe fühle ich mich geschützt und lasse mich auf die erste Übung ein, wo man sich evtl. für eine bestimmte Zeit von der Gruppe löst und einen eigenen Platz sucht, je nach Aufgabe. Vielleicht ist es noch nicht die erste Anleitung, die mich entspannen lässt, dann die zweite oder dritte, es gibt mehrere und es sind Einladungen, ungeahnte Entdeckungen machen zu dürfen. Das sich Fokussieren auf die jeweilige Aufgabe und das Mitmachen in Stille - ganz für sich allein - führt dazu, bei mir selbst anzukommen. Der eigene Atem reguliert sich. Alles andere, was mich sonst gedanklich begleitet, erscheint weit weg.
Nach den Übungen darf über die jeweilige Erfahrung, die während der Übung gemacht wurde, berichtet werden. Es ist spannend und beeindruckend was und wie wir unterschiedlich oder auch gleich entdecken und empfinden. Eine von der Waldbademeisterin angeleitete Übung sitzend an einem Baum gelehnt zum Beispiel führte dazu, dass ich mich von den Wurzeln des Baumes getragen fühlte. Ein Geborgenheitsgefühl kam auf, was ich im Wald nie erwartet hätte. Danach gehen wir in der Gruppe weiter und halten wieder an, um uns auf eine weitere Einheit einzulassen.
Nachher bin ich wesentlich ruhiger, im Einklang mit mir und mache mich in Dankbarkeit beseelt auf den Heimweg. Manchmal bin ich erschöpft und ruhe mich danach oder ich bin angeregt und bleibe aktiv, je nach Erleben und Tageszeit. Das Waldbaden gibt mir Kraft, Gelassenheit und neuen Mut. Es lohnt sich Erfahrungen im Wald zu sammeln. Probiert es aus, macht Euch auf!“
Johannes:
„Am schönsten war für mich beim Waldbaden der Teil, als wir uns einzeln einen ruhigen weichen Platz im Wald suchten zum Hinlegen, in die Baumkronen und Himmel schauten und die Ruhe genossen. In der Nähe lief ein Reh vorbei. Entsprechend dem Ausspruch von Franz Kafka: ´In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.`“
Dörte:
„Ich habe bereits zweimal am ´Waldbaden` mit Anke teilgenommen und Erfahrungen gemacht, die ich nicht missen möchte. Wir sind in einer Gruppe langsam, ohne Eile sehr achtsam durch den Wald gegangen. Dieses langsame und schweigende Gehen hat es mir ermöglicht, in eine meditative Stimmung zu kommen. Man riecht, hört, fühlt und sieht die Bäume und auch alle anderen Pflanzen sehr bewusst. Kleine Meditationen und Achtsamkeitsübungen haben mir geholfen, in eine innere Ruhe zu kommen und den Wald als spirituelle Kraftquelle zu erfahren. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich kann jedem/jeder empfehlen, es auszuprobieren.“
Heike:
„Waldbaden bedeutet für mich:
- raus aus dem Alltag, rein in die schöne Natur
- Achtsamkeit stärken
- Neues entdecken
- Phantasie anregen
- ungewohnte Situationen erleben
- wertvolle Zeit für mich“
Linda:
„Vor einiger Zeit durfte ich am Waldbaden teilnehmen – und ich kann es von Herzen weiterempfehlen. Für mich war es eine völlig neue, spannende und sehr schöne Erfahrung. Besonders war, dass ich gemeinsam mit einer Gruppe den Wald noch einmal ganz anders erleben konnte. Allein hätte ich mich wahrscheinlich nicht so sicher gefühlt und wäre weniger offen gewesen, mich auf diese besondere Form des Naturerlebens einzulassen.
Die angeleiteten Übungen, kombiniert mit der Unterstützung der Gruppe und von Anke, haben mir den Wald in einer Tiefe gezeigt, die ich bisher nicht kannte. Ein Ort, der mich ohnehin entspannt, wurde so zu einem Raum, den ich mit allen Sinnen neu wahrgenommen habe. Besonders berührt hat mich, während einer längeren Einzelübung allein an einem Platz im Wald zu sitzen – einfach nur zu sein, zu beobachten, zu lauschen. In dieser Stille, obwohl viele Menschen dabei waren, lief sogar ein Reh direkt vorbei.
Waldbaden ist etwas ganz anderes als ein ´einfacher` Spaziergang. Es ist ein bewusstes Eintauchen in die Natur – und ich kann jedem nur empfehlen, es einmal selbst auszuprobieren.“
Birgit:
„Ich war schon morgens und auch schon gegen Abend dabei und hatte zuvor keine Vorstellung davon. Jedes Mal hatte sich Anke einen anderen Ablauf überlegt - immer ein Mix aus Information, Entschleunigung, Angebot und Freiwilligkeit und Inspiration. Mir taten ganz besonders die Alleinezeiten gut: Ruhe auf die Ohren, den Wald fühlen, schmecken und riechen, mal nur für sich sein. Eingebettet in´s Gemeinsamgehen und Erleben, Ankes Stimme wohltuend und nachhallend im Ohr.“
Gabriele:
„In den Wald zu gehen tut immer gut. Ob man ihn während einer Wanderung schnell durchquert, mit dem Hund Gassi oder spazieren geht. Der Wald beruhigt uns. Eine besondere Form den Wald zu erleben ist das Waldbaden.
Nach einer Vorstellungsrunde gehen wir los. Jeder in seinem eigenen Tempo. Manchmal halten wir an und machen Übungen, Zur Stärkung der Augen schauen wir Pflanzen im Vordergrund an und lassen dann den Blick in die Ferne schweifen. Beim morgentlichen Waldbaden machen wir eine Frühstückspause. Jeder sucht sich einen Platz und kann erstmal sein mitgebrachtes Frühstück essen. Dabei nehmen wir auch unsere Umgebung wahr, die Bäume und was darunter wächst, Vögel, Insekten … Man kann sich an einen Baum anlehnen, ihn im Rücken spüren, anfassen, fühlen was hat er für eine Rinde, wie sind seine Blätter …
Man taucht mit seinen ganzen Sinnen in den Wald ein.
Nach dieser Pause geht es weiter. Besonders schön ist die Ruhe. Auch die Autobahn, die durch Marburg führt, hört man nicht. Bei einer weiteren Übung konzentriert man sich auf seine Atmung.
Das Waldbaden baut nachweislich Stresshormone ab, ist gut für die Herzgesundheit, fördert die Schlafqualität und unterstützt das Immunsystem. Zu dem kann Waldbaden bei verschiedenen Krankheiten die Gesundheit fördern.*
Bei mir hat das Waldbaden zusätzlich die Kreativität gefördert. Beim 1. Mal habe ich einen Baum gezeichnet, beim 2. Mal einen kleinen Text über „meinen Baum“ geschrieben. Ich kann Waldbaden nur empfehlen.“
*www.bundesverband-waldbaden.de
Anonym:
„Ein Sprichwort sagt: Die Schildkröte sieht mehr vom Weg als der Hase. Waldbaden ist jedoch mehr als ein langsamer Spaziergang. Es erschließt ein neues Erleben und damit ganz neue Erlebnisräume, ohne weit zu reisen. Beim Waldbaden nimmt man die Natur, die man etwa auf den Wegen um den Runden Baum im Marburger Stadtwald gut zu kennen glaubt, mit allen Sinnen wahr: Ich sehe einen Lichtstrahl zwischen den Ästen, der am Waldboden einen Käfer glitzern lässt. Ich höre das Rauschen der Bäume von den Wipfeln bis in die Stämme. Ich spüre das Einsinken meiner Hand in weiche Moosteppiche. Ich schmecke die Süße sonnengewärmter Waldbrombeeren. Ich rieche frisches Harz und manchmal einfach nur die Erde. Anke gibt immer wieder wunderbare Impulse, mit denen man entschleunigen und ganz zu sich finden kann.“






