Erfahrungsberichte & Interviews

So vielseitig die Krankheit Krebs ist, so unterschiedlich sind auch die Erfahrungen, die die Erkrankten machen. Hier können Sie Erfahrungsberichte von bzw. Interviews mit Patienten und ehemaligen Patienten lesen.

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Erfahrungsberichte

Falls Sie ebenfalls Ihre Geschichte berichten und anderen damit Mut machen möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!

Melanie W. 37 Jahre aus Herborn. Bericht vom 17.08.2015

Vor meiner Brustkrebserkrankung hat mir zum Sport die Motivation gefehlt. Und es waren immer andere Dinge wichtiger. Die Diagnose im Mai 2014 damals war ein einziger Schock. Ich wollte die Operation,Chemotherapie,Bestrahlung und Antihormontherapie einfach nur irgendwie "durchziehen".
Während der Chemo war ich oft müde, aber wenn es irgendwie ging, bin ich raus an die frische Luft, was mir sehr gut getan hat.
Am Ende der Chemo war ich total geschwächt und sehr Kurzatmig. Das Angebot vom Bewegungscoaching von Menschen mit oder nach einer Krebserkrankung hat mich total angesprochen, während der Bestrahlung ist mir ein Flyer in der Klinik aufgefallen.
Ich wusste, ich muss meine körperliche Aktivität wieder steigern und auf den Fitbit-Schrittzähler war ich total neugierig.
Mir hat es sehr grossen Spass bereitet am Ende des Tages zu sehen, wie wieviele Schritte ich gemacht habe. Man braucht ein wenig Geduld mit sich und darf nicht aufgeben,denn das Gefühl dem Körper etwas Gutes zu tun und wieder Kontrolle zurückzugewinnen hat mir persönlich sehr geholfen. Auch wenn es eine Menge Schweiss kostet, es lohnt sich!
Seit dem Online-Coaching gehört Bewegung für mich zum Alltag. Egal ob es regnet,stürmt oder heiss ist: ich habe für jedes Wetter die passende Bewegung entdeckt.
Mein Wohlbefinden hat sich enorm gesteigert und meine Ausdauer und die Kraft kommt von Tag zu Tag mehr zu mir zurück. Mittlerweile gehe ich sogar wieder schwimmen,wandern und ein mal die Woche in einen Zumba-Kurs.
Da ich mich auch noch weiter in der Antihormontherapie befinde, merke ich,dass sogar manche Nebenwirkungen durch Bewegung erträglicher und herabgesenkt werden.
Ich fühle mich jetzt einfach...fit und gesund.
Vor allem aber möchte ich allen Betroffenen Mut machen, auszuprobieren ein wenig körperlich aktiv zu sein.
Ein großes Lob noch an das Bewegungscoaching-Team, viele Dank für die tolle Begleitung.

Ein Bericht vom 30.11.2014

Die Diagnose Krebs löste bei mir, neben der Angst, erst mal ein riesen großes Gefühl der Einsamkeit aus. Schließlich war ich betroffen und nicht meine Familie oder meine Freunde. Zwar bekam ich jede Menge Unterstützung aus meinem Umfeld, aber durch die Krankheit musste ich dennoch ganz alleine gehen. Keiner konnte mir Nebenwirkungen oder Ängste wirklich abnehmen.

Daher kam bei mir relativ schnell der Wunsch auf, Kontakt zu anderen Betroffenen aufzunehmen. Im Flyer des Vereins Lebens mit Krebs Marburg entdeckte ich die Anzeige, für eine Selbsthilfegruppe für jung an Krebs erkrankte Menschen. „Da musst Du hin“, sagte ich mir kontaktiere daraufhin direkt die Beratungsstelle.

Der Austausch mit anderen Betroffen hat mit unglaublich gut getan und mir über vieles hinweggeholfen. So merkte ich in dieser Runde genau, dass die anderen wissen wie es mir geht, da sie dasselbe oder ähnliches durchlaufen. Mit einem Schlag war das Gefühl der Einsamkeit wie weggeblasen! Besonders schön ist es, dass immer Raum für die Krankheit ist, für Ängste und Sorgen (die man nicht so gerne mit der Familie oder Freunden teilen möchte), für Fragen, aber das Krebs nicht zwingend ein Thema sein muss. Wir treffen uns ebenso zu anderen Aktivitäten, wie Spieleabenden, Bastelaktionen oder zum Sport machen.

Neben der jungen Gruppe hat mir das Team der Beratungsstelle immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ganz egal ob es Fragen zu Therapienebenwirkungen, zur Ernährung oder zu Medikamenten waren. Hier finde ich jederzeit ein Offenes Ohr!

Interviews

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Dana Gutowski

Frau Gutowski, sie waren erst 26 Jahre alt, als sie in an Brustkrebs erkrankt sind. Warum waren für sie die Treffen in der Gruppe „Mitten im Leben“ so wichtig?

„Für mich war es damals enorm wichtig den Austausch mit anderen Betroffenen zu haben. Zu hören wie andere mit der Krankheit und den Folgen umgehen und einfach um zu merken, dass man damit nicht allein ist! Ich habe viele wertvolle Tipps bekommen, z.B. wie man mit den vielen Therapienebenwirkungen gut umgehen kann. Für so etwas bleibt im Klinikalltag keine Zeit. Außerdem war es für mich enorm hilfreich zu sehen, dass es so viele Menschen gibt, die trotz der Erkrankung im
jungen Alter wieder voll ins Berufsleben zurückkehren und denen es wieder richtig gut geht!“

Sie stehen heute wieder voll im Berufsleben, brauchen Sie da noch die Gruppentreffen?

„Auch, wenn meine Erkrankung inzwischen 6 Jahre her ist, gehe ich immer noch gerne zu den Treffen. Zum einen kommt es in meinem Leben immer wieder zu Situationen in denen ich mich überfordere und mich mein Gesundheitszustand (in meinen Augen) im Stich lässt. Da tut es gut sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, die wirklich wissen und verstehen, was ich meine. Für mein Umfeld bin ich längst wieder gesund, aber es gibt dennoch „Narben“ und Folgen die bleiben. Da tut es einfach gut, wenn man verstanden wird. Zum anderen ist es auch eine Bereicherung, wenn man seine Erfahrungen an andere weitergeben kann. Es kommen ja auch neu erkrankte zu den Treffen und für sie ist es eine Hilfe zu sehen, wie es
einem Jahre nach der Erkrankung gehen kann. So ging es mir damals und jetzt bin ich quasi in dieser Rolle. Auch wenn man nicht akut erkrankt ist, kann man für sich selbst von den Treffen profitieren."☺

Sie sehen, Sie können jederzeit noch eines unserer Angebote nutzen. Es ist immer ganz unverbindlich und kann eine große Hilfe für Ihre Gesundung sein!

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Anita Berg

Frau Berg, sie sind 54 Jahre und schon seit 5 Jahren im Beratungstreff. Warum
gehen Sie dort hin, was hat es Ihnen bisher gebracht?

„Während der ersten Behandlungszeit hatte ich ganz viele Fragen: Ist das die
richtige Behandlung für mich? Was sind die neuesten Studien zu den Medikamenten die ich bekommen soll? Wer hat die Therapie bereits bekommen und kann mir etwas von seinen Erfahrungen berichten? Was kann ich gegen die Nebenwirkungen tun?

Der Austausch mit Menschen in gleicher/ ähnlicher Situation war sehr wichtig, denn die Familie und Freunde können es nicht so nachfühlen.

Nach Abschluss der Therapie ist es immer noch wichtig für mich, denn es gibt Veränderungen im Körper und in der Seele nach so einer Erkrankung. Durch diese Treffen habe ich viele Menschen in ähnlicher Lebenssituation kennengelernt und Freundschaften sind entstanden, in einer für mich unsicheren Lebenssituation.“